22.04.2014  

STADTENTWICKLUNG
Noch mehr ungelegte Eier im Duisburger Westen


Überwiegend ungenutzt: der Bürgermeister-Johann-Asch-Platz. Foto: Archiv

Rheinhauser Bezirksvertreter Karsten Vüllings hat eine Liste mit Flächen erstellt, die seiner Meinung nach von der Stadt besser vermarktet werden müssten

Ostern ist zwar vorbei, „ungelegte Eier“ werden aber auch nach dem Fest heiß diskutiert. So äußert sich zu lahmenden Bauprojekten neben einigen Lesern auch Lokalpolitiker Karsten Vüllings (Bürgerlich-Liberale). Vüllings hat gleich eine ganze Liste mit brachliegenden Flächen erstellt, Tenor: „Die Stadt ist nicht in der Lage, Flächen zu vermarkten.“

So liege seit Jahren ein Aufstellungsbeschluss für ein Gelände nahe des Lidl-Marktes am ehemaligen Tor 1 vor, hier soll kleinteiliges Gewerbe entstehen (wir berichteten). „Ein potenzieller Investor für das Gelände war bei der Stadt nicht weitergekommen, rief dann bei mir an. Beim zuständigen Sachbearbeiter des Immobilien-Managements Duisburg angekommen, sagte man mir dann, dass er dem möglichen Investor nicht weiterhelfen könne, da der Bebauungsplan noch nicht geschrieben sei. Das ist mir unbegreiflich.“

Laut Karsten Vüllings gehe die Stadt (IMD) nicht auf mögliche Investoren zu, sie scheine vielmehr darauf zu warten, dass sich jemand von sich aus melde, „dabei sind Angaben zu Grundstücken auf der Stadt-Homepage zum Teil auch noch unvollständig.“

Zurück zur Liste: „Um die Fläche neben dem Reklat-Haus an der Friedrich-Ebert-Straße kümmert sich bei der Stadt ebenso niemand wie um die ungenutzte Wiese hinter dem Rheinhauser Bezirksamt.“ So wäre die Lage an der Ebert-Straße ideal für kleines Gewerbe, die Wiese hinterm Rathaus eigne sich prima für Wohnbebauung.

Die Situation um den vor Jahren zu einer Multifunktions-Fläche umgebauten Bürgermeister-Johann-Asch-Platz ärgert Vüllings ebenso: „Die Fläche wird nicht angenommen, auf den 30 000 Quadratmetern residiert einmal im Jahr ein Wanderzirkus, sonst passiert auf dem Gelände nichts.“ Die Freizeit-Platz-Idee hält Vüllings für gescheitert, die Nähe zum Logport-Gelände würde eher für Gewerbebebauung sprechen. Aber auch hier tue die Stadt in Sachen Vermarktung nichts.

Als weitere Beispiele nennt Vüllings die südliche Rathausallee in Rumeln und auch die Feuerwache an der Friedrich-Ebert-Straße. „Feuerwehr und Betriebshof fallen bald weg, zuständig für die Vermarktung des Geländes ist offenbar niemand.“

Daniel Cnotka